Die renovierte Dampflok wurde am 25. Juni wieder in Durlesbach aufgestellt.

Aufbau der renovierten Lok mit großem Medieninteresse

Großartige Bilder boten sich den Zaungästen und Medienvertretern am 25. Juni 2011 in Durlesbach.

Die renovierte Lok wurde nach über zweieinhalb Jahren wieder an ihren angestammten Platz beim Bahnhof Durlesbach gebracht. Mit Tieflader und mächtigem Autokran wurden zunächst die 20 Tonnen schwerere Dampflok und dann der dazugehörige Tender aufs Gleis gestellt. Der Autokran wurde von einem Mitarbeiter der Firma Wolf präzise gelenkt, die tonnenschwere Lok wurde millimetergenau aufs Gleis abgesetzt. 

Die Aktivisten des Fördervereins Durlesbach Bähnle haben tatkräftig angepackt, schließlich galt es, durch Eigenleistung die kostspieligen Kranstunden zu minimieren. Nur etwa drei Stunden nach Aufladen der Lok war schon alles vorbei. Mit Planen wurden anschließend die renovierte Lok und Tender nun bis zum Aufstellen des ersten Teils der Überdachung gegen Wetter und Vögel geschützt. 

Die Lok wurde pünktlich zum Kulturfestival angeliefert, sodass Landrat Widmaier sie am 2. Juli feierlich enthüllen kann.

 

Wie alles anfing...

Beim ehemaligen Bahnhof Durlesbach steht ein Eisenbahndenkmal in Form einer Dampflokomotive, zweier historischer Waggone und der berühmten Bronze-Figurengruppe "Bauer, Geiß und Kondukteur", geschaffen vom Künstler René Auer. Die Lokomotive wurde einst vom Waldseer Unternehmer Alfons Walz gestiftet und wird seit ein paar Jahren vom Förderverein Bähnle Durlesbach betreut. 

 

100 Jahre Bahnhof Durlesbach - das ist ein Grund zum Feiern. 

 

Um den "unbekanntesten bekannten Ort der Welt" bekannt zu machen wurde die Dampflok einer aufwändigen Restaurierung unterzogen und wird pünktlich zum Jubiläum wieder an ihrem Platz stehen - unten in Durlesbach. 

Wo um Himmels Willen liegt Durlesbach?

Es gibt wenige Orte auf dieser Welt, die so bekannt sind und von dem dennoch kaum jemand weiß, wo dieser Ort zu finden ist wie Durlesbach. Der kleine Flecken Erde Durlesbach wurde auch nicht durch eine besonders blutige Schlacht oder eine einmaliges Ereigbis bekannt, sondern durch ein Lied, das im Schwabenland mindestens so bekannt ist wie die erste Strofe der Nationalhymne.

 

Gemeint ist "Auf der Schwäbischen Eisenbahn". 

 

In dem Volkslied werden nacheinander die Orte Stuttgart, Ulm, Biberach, Meckenbeuren und Durlesbach aufgezählt. Aufgrund der Reihenfolge wird der Ortsunkundige auf eine falsche Fährt gelockt. Geht man davon aus, dass die Orte entlang der Bahnlinienführung aufgezählt werden, so vermutet man Durlesbach zumindest am Bodensee, wenn nicht sogar mitten drin. 

Dem ist aber nicht so, denn die Reihenfolge der Orte im Lied wurde entsprechend der Größe der Orte gewählt. Und Durlesbach ist nunmal der kleinste Ort, eigentlich heute nur noch ein Teilort von Reute, das wiederum zu Bad Waldsee in Oberschwaben gehört.